Bonsai Bewässerung - So bewässerst du richtig!

Was macht die Bonsai Pflege so speziell?

Die Geschichte der Bonsais geht mittlerweile zwar mehrere tausend Jahre zurück, doch wissen insbesondere die Bonsai Besitzer unter uns, dass die Bonsai Pflege eine nach wie vor hoch komplexe Angelegenheit ist. Neben der richtigen Düngung, dem richtigen Schnitt, der passenden Schale bzw. dem richtigen Umtopfen ist vor allem das richtige Gießen ausschlaggebend über die Schönheit des eigenen Bonsai. 

Falls Sie als Hobbygärtner jetzt schon mahnend den Finger heben, geben wir Ihnen natürlich vollkommen Recht! "Einfach mal gießen" ist dann eben doch nicht gleich richtiges gießen. Dies trifft vor allem für die optimale Bewässerung unserer geliebten Bonsais zu, bei denen die Langlebigkeit nicht nur von der richtigen Menge an Wasser sondern insbesondere von der Regelmäßigkeit des Bewässerns abhängen.

Bonsai Pflege
Bonsai gießen

Bonsai gießen wie oft?

Die richtige Antwort auf diese Frage ist: es kommt ganz darauf an! Grundsätzlich gilt: das Gießen des eigenen Bonsai als festen Punkt in den eigenen Tagesplan einzuarbeiten ist aus mehreren Gründen so gut wie unmöglich.

Nicht nur, dass jeder Bonsai ein Unikat mit ganz speziellen Bedürfnissen ist - ein Punkt, den Bonsai Sammler besonderes lieben - es kommen zum Punkt "optimales Gießen" außerdem weitere Aufgaben hinzu, die man als Bonsai Besitzer in jedem Fall beachten sollte, wie z.B.:

  • den Standplatz der eigenen Pflanze
  • die Jahreszeit
  • die Farbe der Bonsaierde, sowie
  • die Feuchtigkeit der Bonsaierde

Gerade zur richtigen Bestimmung des letzten Punktes benötigt man ein gutes Auge, Fingerspitzengefühl und eine ordentliche Portion Erfahrung. Ebenso spielt der Punkt Bonsai schneiden eine Schlüsselrolle bei der Bonsai Pflege ein. 

Als Faustregel gilt jedoch: ist es draußen warm und wir die Bonsaierde dadurch schnell trocken, sollten Sie Ihren Bonsai täglich gießen (ggf. auch Morgens und Abends). Ab Herbst und vor allem im Winter sollte man den eigenen Bonsai wirklich nur dann gießen, wenn die Erde nach einem genauen "Gefühlstest" mit den Fingern als tatsächlich zu trocken empfunden wird.

Bonsai Wurzelfäule vermeiden!

Gerade beim Stichwort Winter sei nochmal ausdrücklich gesagt, dass Bonsai Liebhaber besonders in dieser Jahreszeit auf Ihre Gießgewohnheiten achten sollten! Denn: klirrende Kälte, warme Heizungsluft und zu kaltes Wasser können eine Mischung bilden, die das Aussehen und vor allem die Gesundheit unseres geliebten Bonsais langfristig schädigt.

Gießt man die eigene Pflanze hier nämlich zu oft - oder noch schlimmer, mit zu viel Wasser - kann der gut gemeinte "extra Schuss" in null Komma nichts zur sog. Wurzelfäule des eigenen Bonsai führen. Tritt dieser Fall ein, hilft oft nur noch ein sauber ausgeführter Wurzelschnitt.

Bei der Wurzelfäule entsteht im begrenzten Raum der Bonsaischale eine sog. Staunässe. Sprich: die Pflanze kann den Überschuss an Wasser nicht mehr aufnehmen, was wiederum dazu führt, dass die feinen Wurzeln des Bonsai zu wenig Luft bekommen. Das Ergebnis ist die o.g. Wurzelfäule der eigenen, vor dem Gießen noch kerngesunden, Bonsais. 

Wurzelfäule Bonsai
Bonsai gießen oder tauchen

Bonsai gießen oder tauchen?

Auch hier gilt der altbewährte Spruch: die Mischung macht's! Wir empfehlen beide Varianten ohne Zurückhaltung auszuprobieren, d.h.: den eigenen Bonsai sowohl zu gießen als auch zu tauchen.

Gerade das Tauchen hat den großen Vorteil, dass die ganze Erde des Bonsai Wasser aufnehmen kann. Für die Entwicklung bzw. das Wachstum der Wurzeln kann richtiges Tauchen von elementarer Bedeutung sein, da bei diesem Vorgang die "alte", in der Bonsaierde vorhandene, Luft mit "neuer", für die Wurzeln so wichtiger, Luft ausgetauscht wird.

Allerdings gilt auch hier: Vorsicht vor Staunässe! Denn zu langes und vor allem zu häufiges Tauchen des Bonsai kann nämlich auch an dieser Stelle zur ungeliebten Wurzelfäule führen.